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Reparieren statt Wegwerfen!

10.10.2019

Foto: wavebreakmedia/shutterstock.com

Ab 2021: Neue EU-Vorschriften für nachhaltigere Haushaltsgeräte

Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler müssen ab 2021 so konstruiert sein, dass man sie nach einer Reparatur leichter wieder im Haushalt einsetzen kann. Die EU-Kommission beschloss umfangreiche Vorgaben für die Hersteller, um die Umwelt und das Klima besser zu schützen. Im Rahmen der anhaltenden Bemühungen, den CO2-Fußabdruck Europas signifikant zu verringern und die Energiekosten für die europäischen Verbraucher zu senken, soll ein verbessertes Ökodesign von Produkten zur Umsetzung des Grundsatzes „Energieeffizienz an erster Stelle“ beitragen.

Reparieren statt Wegwerfen!

Kaum haben die Vereinten Nationen in New York nachhaltigere Konsum- und Produktionsweisen eingefordert, wird die EU, auch wenn die Zeitschienen eher zufällig zusammentreffen, konkret. Die neuen Vorgaben sollen die Nutzungsdauer von technischen Geräten verlängern und somit zur Schonung von Ressourcen beitragen.

Die Maßnahmen umfassen erstmals Anforderungen an die Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit und sollen zu den Zielen der Kreislaufwirtschaft beitragen, indem die Lebensdauer, Wartung, Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit von Geräten sowie die Handhabung von Altgeräten verbessert werden.

Nach den neuen EU-Regeln sollen Geräte so gebaut und konstruiert werden, dass man diese im Schadensfall (im Handel!) leichter reparieren kann. Kern der neuen Vorschriften ist die Pflicht für die Hersteller, Ersatzteile für sieben bis zehn Jahre nach dem Verkauf anzubieten und innerhalb von 15 Arbeitstagen an den Servicetechniker zu liefern. Zudem müssen sowohl Informationen zum Gerät zur Verfügung gestellt werden als dieses auch mit allgemein erhältlichen Werkzeugen ausgetauscht werden können. Bedeutet im Klartext: Händler mit Reparaturservice dürfen sich künftig wohl über mehr Frequenz im stationären Geschäft freuen.

Fragen zum Ökodesign

Was hat die EU-Kommission konkret beschlossen?
Die Kommission hat am 1. Oktober 2019 zehn Durchführungsverordnungen zum Ökodesign angenommen. Sie enthalten Vorschriften für die Energieeffizienz und andere Anforderungen u.a. für folgende Produktgruppen: Kühlgeräte, Waschmaschinen, Geschirrspüler, elektronische Displays (einschließlich TV-Geräte) sowie Lichtquellen. Bei den Verordnungen handelt es sich um Überarbeitungen geltender Vorschriften.

Worin besteht der Gesamtnutzen des Pakets zum Ökodesign?

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission werden mit diesem Paket bis 2030 jährlich Energieeinsparungen von 167 Terawattstunden (TWh) erzielt. Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch Dänemarks. Und: Durch diese Maßnahmen können Haushalte durchschnittlich 150 EUR pro Jahr sparen. Diese Einsparungen werden zusätzlich zu den Einsparungen erzielt, die sich bereits aus den geltenden Ökodesign-Maßnahmen und Energielabels ergeben.

Welche Verbesserungen zur Reparierbarkeit und Haltbarkeit von Geräten wurden vorgeschlagen?
Zur Förderung der Reparierbarkeit und damit zur Verlängerung der Lebensdauer von Geräten zielen mehrere Ökodesign-Maßnahmen darauf ab, die Reparatur von Produkten zu erleichtern, indem sichergestellt wird, dass entsprechende Ersatzteile erhältlich sind.

So ist u. a. vorgesehen, dass Ersatzteile noch lange nach dem Kauf lieferbar sind:
• mindestens sieben Jahre nach dem Kauf von Kühlgeräten (Türdichtungen zehn Jahre)
• mindestens zehn Jahre nach dem Kauf von Haushaltswaschmaschinen sowie Haushaltswaschtrocknern
• mindestens zehn Jahre nach dem Kauf von Haushaltsgeschirrspülern (bei bestimmten Ersatzteilen, deren Zugang auf fachlich kompetente Reparateure beschränkt werden kann, sieben Jahre)
• Ersatzteile müssen innerhalb von 15 Arbeitstagen geliefert und mit allgemein erhältlichen Werkzeugen ausgetauscht werden können, ohne dass das betreffende Gerät dauerhaft beschädigt wird.

Welche Verbesserungen wurden vorgeschlagen, um die Wassernutzung zu verbessern?

Die Ökodesign-Maßnahmen für Waschmaschinen, Waschtrockner und Geschirrspüler sehen vor, dass das Wasser bei jedem Waschgang maximal genutzt wird. Gleichzeitig gelten Mindestanforderungen an Wascheffizienz und Spülwirkung, damit sich der geringere Wasserverbrauch nicht nachteilig auf die Wasch- und Spülleistung auswirkt.

Bei Haushaltswaschmaschinen und Haushaltswaschtrocknern können gemäß der Folgenabschätzung für die neuen Maßnahmen bis 2030 Wassereinsparungen von schätzungsweise 711 Mio. m3 jährlich erzielt werden. Bei Geschirrspülern dürften sich die Wassereinsparungen bis 2030 auf 16 Mio. m3 jährlich belaufen.

Welche Rechtsvorschriften gelten derzeit für Ökodesign und Energieverbrauchkennzeichnung?

In der EU gibt die Ökodesign-Rahmenrichtlinie den Rahmen vor, nach dem sich die Hersteller energieverbrauchsrelevanter Produkte richten müssen, um die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte zu verbessern. Die Rahmenverordnung für die Energieverbrauchskennzeichnung ergänzt die Ökodesign-Richtlinie, indem sie den Verbrauchern die Möglichkeit gibt, leistungsfähigere energieverbrauchsrelevante Produkte auszuwählen.

Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage wird das Energielabel von 93 Prozent aller Europäerinnen und Europäer erkannt. Und 79 Prozent geben an, dass dies ihre Kaufentscheidung für ein Elektrogerät beeinflusst hat.

Quelle: infoboard.de

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