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Nachfolge: Was ist, wenn der Junior nicht will?

22.06.2022

Wenn dein Sohn oder deine Tochter den Familienbetrieb nicht übernehmen möchten, solltest du dicht rechtzeitig um eine Alternative kümmern.

Wenn dein Sohn oder deine Tochter den Familienbetrieb nicht übernehmen möchten, solltest du dicht rechtzeitig um eine Alternative kümmern.

Irgendwann stehst auch du mal vor der Frage: Wer übernimmt deinen Betrieb, wenn du in deinen wohlverdienten Ruhestand gehst? Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger ist in deinem Leben als Unternehmer eine der größten Herausforderungen. Doch damit bist du nicht allein. 2022 wird es im Handwerk bundesweit rund 24.000 Betriebsübergaben geben, 2030 werden es schon etwa 27.000 Übergaben sein, heißt es in einer Studie des Instituts für Handwerkswesen (ifh) an der Universität Göttingen. Und nicht immer läuft diese Übergabe so reibungslos ab, wie es sich die Beteiligten wünschen. Während die Unternehmer aus den geburtenstarken Jahrgängen zunehmend in Rente gehen, deute sich an, dass nicht alle Betriebe geeignete Nachfolger finden, heißt es vom ifh.

 

Familienbetriebe gehen oft in fremde Hände

 

Wenn deine Kinder bereits im Betrieb mitarbeiten, ist die Sache oft klar: Du kannst deinen Sohn oder deine Tochter über viele Jahre hinweg einarbeiten und deinen Betrieb schließlich beruhigt in gute Hände übergeben. Doch nicht immer ist die Suche nach einem Nachfolger so einfach. Inzwischen werden Familienbetriebe in den meisten Fällen von externen Nachfolgern übernommen. Das repräsentative Nachfolge-Monitoring der Förderbank KfW ergab: Nur noch 44 Prozent der Altinhaber wollen den Betrieb innerhalb der eigenen Familie weitergeben, Tendenz sinkend.

 

Damit deine Firma, die du über Jahre aufgebaut hast, eine Zukunft hat, solltest du dich in solchen Fällen rechtzeitig mit der Suche nach einem Nachfolger beschäftigen. Die ersten Ansprechpartner sind dabei oft geeignete Mitarbeiter. Das hat gleich mehrere Vorteile: Dein Nachfolger kennt den Betrieb bereits und du kannst einschätzen, ob er in der Lage ist, die Firma in deinem Sinne weiterzuführen. Eine Alternative ist die Suche nach externen Interessenten. Dabei helfen zum Beispiel entsprechende Plattformen im Internet. Die größte dieser Nachfolge-Börsen ist das Angebot des Bundeswirtschaftsministeriums Nexxt-Change (https://www.nexxt-change.org/DE/Startseite/inhalt.html). Vergleichbare Angebote gibt es auch bei vielen Handwerkskammern.

 

Sollte sich auch hier kein passender Nachfolger finden, kannst du den Betrieb auch an ein anderes Unternehmen verkaufen. Meist bieten sich hier Firmen aus der gleichen Region und der gleichen Branche an. Für sie ist eine solche Übernahme möglicherweise eine gute Gelegenheit, sich zu vergrößern.

 

Die Form der Betriebsübergabe: Verkaufen, schenken oder verpachten?

 

Egal, wer deine Firma weiterführt, du solltest dir darüber im Klaren sein, in welcher Form du deinen Betrieb übergeben möchtest.

 

1. Verkauf

 

Bei einem vollständigen Verkauf des Betriebs geht das komplette Unternehmen an deinen Nachfolger über. Das betrifft nicht nur Gebäude, Fahrzeuge und Maschinen, sondern auch bestehende Arbeitsverhältnisse, Aufträge sowie den Firmennamen. Möglich ist allerdings auch der Verkauf einzelner Wirtschaftsgüter. Denkbar wäre zum Beispiel, dass Grundstücke oder Gebäude nicht verkauft werden. In jedem Fall muss der Erlös eines solchen Verkaufs (nach Abzug eines Freibetrages) versteuert werden.

 

2. Schenkung

 

Gerade, wenn deine Kinder oder andere Familienmitglieder den Betrieb übernehmen, kommt eine Schenkung in Frage. Dabei gehen sowohl alle Vermögenswerte als auch sämtliche Schulden an deinen Nachfolger über. Wegen persönlicher Freibeträge und einer betrieblichen Freigrenze von 150.000 Euro fallen bei einer Schenkung deutlich weniger Steuern an.

 

 

 

3. Verpachtung

 

Verpachtest du den Betrieb, bleibst du weiterhin Eigentümer des Betriebs. Der Pächter nutzt den Betrieb für einen zeitlich festgelegten Zeitraum und zahlt dir dafür eine Pacht. Der Vorteil für dich als Eigentümer: Mit den monatlichen Pachteinnahmen kannst du deine Altersvorsorge aufstocken. Auf der anderen Seite bist du je nach Vertragsgestaltung unter Umständen allerdings auch weiterhin für Investitionen in den Betrieb verantwortlich.

 

 

 

Welche Form der Übergabe für deinen Betrieb letztendlich die beste Lösung ist, hängt von vielen Faktoren ab. Das eine Erfolgsrezept gibt es hier leider nicht. Damit du den Weg findest, der für dich am besten passt, ist es wichtig, sich rechtzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. So kannst du auch dann noch ohne Zeitdruck einen Nachfolger finden, wenn deine Kinder deinen Betrieb nicht weiterführen möchten.

 

 

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