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Jugendliche finden Ausbildungsbetriebe häufig nicht attraktiv genug

17.10.2019

Foto: Robert Kneschke/shutterstock.com

Fachbetriebe müssen mehr für ihre Berufsangebote begeistern

Eine neue Studie von Göttinger Soziologen beleuchtet die Gründe dafür, warum Jugendliche ohne Ausbildungsplatz bleiben.

Es scheint paradox: Während viele Betriebe zu Beginn des Ausbildungsjahres ihre Lehrstellen nicht besetzen konnten, bleiben gleichzeitig zahlreiche Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Wie die Göttinger Soziologen im „Ländermonitor berufliche Bildung“ feststellten, standen im Jahr 2018 fast 58.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen noch 78.000 suchende Bewerber gegenüber. Zehn Jahre zuvor wurden dagegen rund 17.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt, obwohl es noch 93.000 unvermittelte Bewerber gab.

Rein rechnerisch hat sich die Situation also für Ausbildungssuchende weiter verbessert: Bundesweit standen 2018 je 100 Bewerbern knapp 97 Ausbildungsplätze zur Verfügung, 2007 nur 85. Zudem stieg 2018 sowohl die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen als auch die Zahl der Ausbildungsanfänger gegenüber dem Vorjahr. Reinigungsberufe (127), Hotel- und Gaststättenberufe (121) und Berufe im Ernährungshandwerk (118) haben besonders große Schwierigkeiten, die Plätze zu besetzen.

Die Wissenschaftler nennen drei Hauptgründe:

• Interesse, aber keine Einigung: Der Betrieb hält die Bewerber für ungeeignet oder die Jugendlichen finden den Betrieb nicht attraktiv genug.

• Kein Interesse der Bewerber am angebotenen Beruf: Es fehlen Ausbildungsplätze in Wunschberufen, gleichzeitig können Betriebe nicht für ihre Berufe begeistern.

• Fehlende Mobilität der Bewerber: Es gibt zwar offene Lehrstellen im Wunschberuf der Bewerber, aber nicht in Wohnortnähe.

Quelle: Bertelsmann Stiftung/handwerk,com

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